Sklavin-Menue

Lust Schmerz. Fantasien erlebt, gelernt daraus

Montag, 14.07.2003, ein Tag, den ich so schnell nicht vergessen werde. Was war geschehen?
Ich hatte eine längere Mittagspause, war auf dem Weg nach Hause. Irgendwie hatten sich lüsterne Gedanken in mir angesammelt, wünschte mir im Auto, dass, wenn ich heimkomme, mein Top ein wenig mit mir "spielen" möge. Tja, als hätte er meine Gedanken erraten, geschah genau das, was ich mir ersehnte.
Nun ist es so für mich, dass, wenn ich von 0 auf 100 umschalten muß, ich tatsächlich dann die Sklavin bin, von Gedanken erfüllt, mach mit mir, was immer du magst. Gedanken, Gefühle, die relativ leicht wachsen können, da ich ja weiß, dass ich mich in einem geschützen Rahmen bewege. Mein Top mir niemals wirklichen Schaden zufügen würde.
Ich fuhr wieder zur Arbeit, die Nippel gut spürbar, meine Lust weiter anhaltend. Tja, und was passiert dann? Wünsche, Fantasien entwickeln sich, verselbständigen sich. So auch bei mir. Ich hatte im Kopf, meinem Top meine Bitte in Form einer Mail zu schreiben, mich einmal die "härtere Gangart" erleben zu lassen.

Härtere Gangart? Was persönlich meine ich damit

Zu definieren, was "hart" oder "extrem" ist, ist kaum möglich, da jeder für sich selbst anders empfindet.
Für meinen Top gilt, er hat keinerlei Bedürfnis, Sub Schmerzen zuzufügen, nur um der Schmerzen Willen. Sein Ansinnen ist, ein Schlaginstrument zur Hand zu nehmen, weil Sub daraus ihre Lust entnehmen kann, oder, weil schlicht und einfach Bestrafung angesagt ist. In dem Fall allerdings gilt für ihn persönlich die Hand, was bisher nur einmal der Fall war. Das Thema "Bestrafung" wird aber ein eigenes Kapitel werden.
Für mich bedeutete an diesem Tag die härtere Gangart, den Satz leben zu wollen: "Ich will Schmerzen erleiden, weil mein Herr es so mag". Ich wollte erleben, wie das ist Lust und Qual zu spüren.
Gedacht getan. Ich schrieb ihm meine Mail. Hier ein kleiner Auszug daraus.
 
Mein geliebter Herr,
[...]Heute jedoch kamen noch Gedanken, Wünsche, Fantasien hinzu. Es waren auf einmal Bilder in mir, von dir die Benutzung meinerseits sehr deutlich zu erfahren, erleben. Eine Benutzung, die ohne Rücksicht und Respekt geschieht.
Eine Benutzung, die den Lustschmerz, aber auch den quälenden Schmerz erzeugt, einfach deshalb, weil du es gerade so magst. Eine Benutzung, die meiner masochistischen Seite Genüge tut.
Diese Seite kommt hin und wieder sehr deutlich zum Vorschein, will irgendwie gelebt werden. Will erfahren, wie weit kann das Ertragen gehen. Braucht den Gedanken, ich halte aus, weil mein Herr es so will.

[...]Soweit so gut, das sind meine Fantasien, Wünsche. Meine Gedanken dazu? Ich weiß, ich fordere viel, vielleicht bringe ich dich auch damit an deine Grenzen. Zu fordern, du möchtest den Respekt weglassen, mich tatsächlich als Objekt sehen. Zu fordern, meine masochistische Seite in Richtung Quälen leben zu lasen. Etwas, wo ich weiß, du fürchtest die Spirale, ich ja auch. Aber einmal, einmal nur erfahren, das Wechselspiel zwischen Lust und Qual.
Aber ich fordere nicht wirklich, ich bitte dich darum. Wie und was du entscheidest, werde ich annehmen, ohne Diskussion. Es wird einfach so sein.
[...]
 
Tja, mein Top las die Mail, stand auf nahm die Gerte und reagierte.

Reinigung der Gedanken (Sklavin Gerte)

Ich erfuhr die Qual. Mit dem Begriff Lust Schmerz hatte es jedoch nichts zu tun. Er nahm die Gerte, ein Instrument, welches ich normalerweise so sehr liebe, zeigte und ließ mich spüren, dass sie quälen kann, Spuren hinterläßt. Dokumentarisch machte mein Top zwei Bilder davon. Anschließend mußte ich mir meinen Po im Spiegel betrachten. Es gefiel mir gar nicht, was ich zu sehen bekam, ihm übrigens auch nicht.
Unser Grundsatz war und ist auch immer noch, Lustschmerz ja, Striemen - NEIN!
Wir sprachen anschließend darüber. Er sagte mir, am meisten erschreckte ihn der Satz... "aushalten, weil mein Herr es so möchte". Diesen Satz gerade an ihn zu richten, war so verquer von mir, ich hätte es eigentlich vorher wissen müssen. Ich zwang ihn damit, seinen Rahmen zu verlassen, um mir deutlich zu machen, was dieser Satz denn wirklich bedeutet. Mein Top erklärte mir, die Handlung selbst durchzuführen, das war kein Problem für ihn, er tat es kalt und berechnend. Mich verletzen zu müssen, war der Punkt, der ihm nicht gefiel an der ganzen Angelegenheit. Ich weiß aber auch, dass er dies aus Liebe zu mir und Respekt vor mir tat, um mich vor meinen eigenen Fantasien zu schützen.
Wir sprachen noch lange darüber, er wollte auch eine Mail am nächsten Tag von mir, in der ich ihm mitteilte, was ich wirklich mag. Ich besann mich wieder auf den Punkt, dass der Rahmen, den er mir gab, der ist, der mir entspricht. Dass es die kleinen, leisen Gesten sind, die ich so sehr liebe. Dazu mehr in einem anderen Artikel.

Fazit Sklavin und Gerte oder Rohrstock

Ich lese immer wieder auf Boards, auf Seiten, dass Sub den Schmerz aushalten will, den ihr Top zufügen mag. Dass sie stolz auf jeden Striemen ist, stolz darauf, wenn sie auch am nächsten Tag nicht richtig sitzen kann. Ich weiß aber nun auch, welch böses Spiel das werden kann. Hier sind wir wieder bei der berühmten Spirale angelangt. Sub wird langsam daran gewöhnt, hält im Laufe der Zeit immer mehr aus. Die Frage bleibt, wo endet es? Hier ist Top in der Pflicht, egal wie sadistisch er sein mag. Mehr Gedanken dazu werde ich die nächsten Tage unter BDSM/Artikel schreiben.