Sklavin-Menue

D/S, das wirklich subtile Spiel kann beginnen

Ich bin ein Mensch, der Rituale liebt. Sie geben mir eine gewisse Sicherheit, zwingen mich aber auch dazu, einen Rahmen einhalten zu müssen. Anfangs hatte ich Bedenken, dass sich so ein Ritual abnützen könnte, es so zur Gewohnheit wird, dass es nur noch automatisch vollzogen wird. Die Erfahrung zeigte mir, dass dem nicht so ist.
 
Die Hand meines Top`s morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem Schlafen zu küssen, noch immer ist es voller Bedeutung für mich, tue ich dies sehr bewußt nach fast einem Jahr.
Seit Juni kam ein weiteres hinzu. Wenn ich das Haus verlasse, gehe ich hin zu Thomas. Er entfernt mein Halsband, ich küsse seine Hand, verabschiede mich. Beim Nachhausekommen legt er mir das Halsband wieder um und ich begrüße ihn abermals mit einem Kuss auf den Handrücken.
Seit Juli kam hinzu, dass ich diesen Kuß vor ihm knieend gebe. Nichts, was mir unnatürlich erscheinen würde, nichts was zum Pathos wird. Es ist eine Geste meiner Liebe und meines Respekts vor ihm, die in ebensolcher Liebe und Respekt vor mir entgegengenommen wird.

Die richtige Sitzhaltung, auch ein Lernprozess

Vor nicht allzulanger Zeit eröffnete mir mein Top, dass es nun an der Zeit sei, die einer Sklavin angebrachte Sitzhaltung zu erlernen und zu üben. Hm, kann doch gar nicht so schwer sein, dachte ich mir. Tja, für einen relativ kurzen Zeitraum sicher nicht, aber dann zu spüren, dass dann auch länger gefordert sein kann... *räusper*... doch ned ganz so einfach. Irgendwie wird das Ganze dann unbequem und man ertappt sich dabei, immer unruhiger auf dem Stuhl hin und her zu rutschen. Das Bedürfnis, die Beine auch mal auszustrecken oder übereinander zu schlagen, wird immer größer *seufz*. Aber das ist nicht der Punkt der wirklich wichtig ist. Ich will es ja so haben.
Ich nahm seine Aufforderung mit Freude entgegen, zog mich entsprechend um. Dies tat ich auch an den nächsten folgenden Tagen. Mein Top sagte mir, dass ein Umziehen nicht notwendig ist. Dazu sei gesagt, die Sitzhaltung gilt vorerst für das Zusammensitzen beim Abendbrot. Da ich mindestens zweimal die Woche erst relativ spät nach Hause komme, war für ihn die Überlegung, ein Wechseln der Kleidung nicht einzufordern.

Überlegungen von Sub

Mehrere Gedanken habe ich hierzu.
Als erstes finde ich persönlich das gemeinsame Essen am Tisch als etwas sehr schönes. Zu oft geht das in den Familien verloren, weil unterschiedliches Nachhausekommen der Kinder oder des Ehepartners. Am Sonntag will jeder ausschlafen, Kinder und Eltern treffen sich selten zum gemeinsamen Frühstück. Das Mittagessen wird oftmals ausgelassen, und das Abendessen.. tja.. da ist dann das ein oder andere wichtiger. Manchmal habe ich den Eindruck, Familien müssen tatsächlich einen Termin zu einem gemeinsamen Essen vereinbaren.
Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber der Gedanke gefällt mir einfach, dem Arbeitstag einen schönen Abschluß zu geben, indem man sich füreinander etwas anders kleidet, um beim gemeinsamen Essen über den Tag zu plaudern, seine Gedanken austauscht. Eine Art Ritual, um zu zeigen, ich bin nun für dich da, nehme mir Zeit für dich.
Der dritte Punkt ist, dass ich, auch wenn ich müde, unlustig bin, eigentlich keine Lust dazu habe, mich dadurch dennoch zwingen muß, eine gewisse Bequemlichkeit zu überwinden. Sozusagen ist das dann ein erzieherischer Wert *smile*.

Überlegungen von Top

Ich sagte ihm, dass ich persönlich es doch vorziehen würde, sich zum Essen entsprechend zu kleiden. Seine Überlegung dazu, was, wenn du einfach müde bist, gestresst nach hause kommst? Er sagte mir, er habe keinerlei Probleme damit, mich mit entsprechenden Worten zu bezeichnen, mich die Gerte fühlen zu lassen, obwohl er kein Sadist ist, keine Freude am Schlagen selbst hat. Er dies tut, weil er weiß, dass es mir Lust verschafft.
Hier aber stößt Thomas wieder an den Punkt, der mit Respekt im allgemeinen vor Frau zu tun hat. Nicht einfach einfordern, weil der Alltag im Hintergrund steht, es nicht unbedingt die sexuelle Schiene betrifft. Aber Thomas wird hierzu, wenn die Zeit es ihm erlaubt, eigene Worte schreiben.
 
Was sich noch weiter alles entwickeln wird, man wird sehen, auf alle Fälle wird es so schnell keinen wirklichen Stillstand geben.