Sexualität in der Jugend

Eigentlich begann mein Leben mit der Sexualität genauso wie bei (fast) jedem anderen auch.
Man spielt ein bisschen an sich rum, bis sich ein angenehmes Gefühl einstellt. Und man spricht mit Freunden, tauscht Gedanken aus, holt sich Anreize und probiert es anhand dieser nochmal aus.
Auch bin ich hin und wieder im Fernsehen auf Erotikfilme gestoßen und hab mir diese selbstverständlich auch angesehen.
Die Softpornos langweilten mich genauso wie die "Zärtlichkeit und Romantik gehören für mich beim Sex dazu" -Geschichten mancher Freunde.

Ich hatte fast den Verdacht, ich sei zu dumm, mir was gutes zu tun.
Ich wusste, dass mir was fehlt, aber was wusste ich nicht. Das Ziel, mir einen Orgasmus zu verschaffen, legte ich zumindest vorerst zu den Akten.
Oft genug hatte ich es ja probiert.

Doch das sollte nicht so bleiben. Eines Abends saß ich (wie so oft) vor meinem Fernseher und sah mir einen Spielfilm an.

Frau beim Kaffee kochen, aha.
Fremder Mann kommt zur Tür rein, wirft Frau auf Couch, nimmt sie sich, vergewaltigt sie, während sie versucht, sich zu wehren.
Den Film fand ich plötzlich spannend.
Viel besser als die ganzen Filmchen, die man nachts sieht. und das obwohl da kaum nackte Haut zu sehen war. Diese Szene hatte ich noch lange im Kopf, ich hab sie sogar mit ins Bett genommen. ja, und als ich sie sozusagen für meine "Zwecke" benutzt hatte, hat das mit dem Orgasmus auch endlich mal geklappt.

Auch wenn ich das erste mal sowas wie Befriedigung spürte, hatte ich auch das erste mal ein schlechtes Gewissen anschließend. Wie irre muss man sein, um bei der Selbstbefriedigung an Vergewaltigungen zu denken?
Warum geilt mich genau dieser Gedanke auf, während alle anderen doch von zärtlichen Erlebnissen träumen? Das sind Dinge, die mich lange beschäftigten und belasteten, mich aber trotzdem nicht davon abhielten, ans "Benutzt-werden" zu denken.

Natürlich hab ich nicht meine ganze Jugend damit verbracht, an mir rumzuspielen. Kontakte zu Jungs hatte ich gelegentlich auch, aber der Grund, warum nie was wirklich ernstes daraus wurde, war überall der gleiche: Unterschiedliche Einstellungen.
Und das nicht nur im sexuellen Bereich. Genausowenig wie ich Lust darauf hatte, den ganzen Tag mein Gegenüber zuzusülzen, genauso wenig hatte er Lust dazu, auf Zärtlichkeiten und Bestätigung, die er brauchte, zu verzichten.
Ist ja nicht so, dass ich das nicht auch brauche, aber manche brauchens öfter, andere seltener.
Ich für meinen Teil wusste ziemlich früh, dass ich einen Kerl brauche, der selbstsicher ist und weiss, was er will und keinen, dem man jeden Tag sagen muss , dass er "toll" ist. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich nicht noch weiterhin mit solchen Kerlen zu tun hatte. Wirklich geändert hat sich das erst, als ich schon 19 war.

Welche Art Mann ich wirklich mag, stellte ich erst dann fest....

die kleine serva

07.09.2005